| ROSEN-Methode Körperarbeit |
Die ROSEN-Methode (nach Marion Rosen *1914 in Nürnberg; † 18. 01. 2012 in Berkley/USA) ist eine den Körper berührende Behandlungsmethode mit dem Ziel, verlorene Lebensfreude zurückzugewinnen und sich gelöster durchs Leben zu bewegen. Wir begegnen dem, was im Körper festgehalten ist, mit achtsamen Händen und Worten. Gleichwertigkeit, Gegenwärtigkeit und Lebensbejahung schaffen den Raum, in dem sich Wahrheit ihren Weg bahnen kann und Hinwendung die Kraft entwickelt, Lügen zu verwandeln und Wunder-Volles hervorzubringen. Die ROSEN-Methode fördert die Eigenwahrnehmung und Stärkung des Selbstgefühls, eine der wichtigsten Grundlagen, um sich in zwischenmenschlichen Beziehungen wohl zu fühlen. |
Wie ich persönlich die ROSEN-Methode erlebe |
Die ROSEN-Methode zu empfangen, ist für mich Nachhause kommen. Etwas entspannt sich ganz tief in meinem Körper. Hier habe ich den Raum, mich als ganzer Mensch zu spüren. Ich fühle mich so gesehen, dass ich auch meine ängstlichen Teile zeigen kann. Nie fühle ich mich bloßgestellt. Selbst die Teile, derer ich mich schäme, kommen nach einer Zeit des Vertrauensaufbaus hervor. Die ROSEN-Praktizierende ist da, hält mich und gibt den Raum, den ich brauche. Es gibt nichts, was falsch ist. Alle Teile gehören zu mir und machen mich als Mensch aus. Ich werde dort berührt, wo ich mich sehr verletzlich fühle und erlebe, dass auch das da sein darf, dass ich nichts flicken oder verstecken muss. Das empfinde ich als sehr heilsam. Als wohltuend und befreiend. |
Wie wenn ein Stein vom Herzen fällt |
Ich erlebe, dass die Berührung in der Rosen-Methode eine Brücke schafft, über Dinge zu sprechen, die wir lange fest in uns verschlossen halten. Oft haben wir eine Scheu, über Dinge, die uns wichtig sind, zu sprechen. Dafür haben wir unterschiedlichste Gründe, vielleicht ist es uns peinlich oder der Wunsch passt nicht zu den Lebensumständen oder das Ereignis liegt schon lange in der Vergangenheit, vielleicht haben wir Angst, lächerlich gemacht oder verabscheut zu werden… Das Gehalten sein und das Spüren des Körpers vermitteln eine Sicherheit, die innerste Wahrheit aussprechen zu können. Das Erlebnis, dass die Worte empfangen werden, gehalten und getragen sind, fühlt sich wie eine immens große Erleichterung an, wie wenn ein Stein vom Herzen fällt. Oft ergibt sich daraus eine Kraft, die das Aussprechen auch im Alltag möglich macht. |
Wie wir Bedrohliches wegstecken |
Es gibt immer wieder Situationen, die bedrohlich sind oder sich so anfühlen. Auch Lebensumstände, an die ich mich gebunden fühle, können sich bedrohlich anfühlen. In der Kindheit wird vieles noch bedrohlicher erlebt, vielleicht fühlte ich mich sehr ohnmächtig, weil ich aus der Situation nicht heraus konnte. Und es gab niemanden, an den ich mich vertraulich wenden konnte. Dann muss ich einen Weg finden, das Erlebte in gewisser Weise zu vergessen, um in meinem Umfeld bleiben zu können. Dies trifft ganz besonders für wiederkehrende Bedrohungen zu. Um zu vergessen, spannt sich etwas in uns an, Muskeln verengen aktiv den Weg, damit keine Tränen oder Vulkanausbrüche aus uns herausbrechen, damit wir Angst, Panik oder Wut zum Schweigen bringen können. Wenn wir das Bedrohliche so aushalten und in uns verstecken, helfen wir damit auch den Menschen in unserem Umfeld, es zu übergehen. In diesem Sinne sorge ich nicht nur für mich, sondern ermögliche auch meinem Umfeld, alles so zu belassen, wie es ist - und trage eine große Last auf meinen Schultern. Als Ausgleich für die körperliche Anstrengung schaffe ich mir mit Hilfe meiner Gedankenkraft ein Traumland. In meiner Phantasie sind die Menschen viel weicher und verständnisvoller, als sie sich in Wirklichkeit geben. Vielleicht eigne ich mir auch bestimmte Verhaltensweisen an, weil ich glaube, dass die Menschen mich dann mehr mögen und mir mehr Zuwendung schenken. Vielleicht sagt mir jemand eine Unverschämtheit ins Gesicht und ich lächle dabei - bestimmt entschärft dies die Sache. Alle Methoden des Wegsteckens und Entschärfens brauchen viel Lebenskraft und binden leider auch viel Lebensfreude. |
Um mich zu befreien brauche ich als erwachsener Mensch den Mut, mit meinem Bewusstsein die angstbesetzten, bedrohlichen Räume der Kindheit zu betreten. In der ROSEN-Methode gehe ich mit zwei Begleitern dorthin: meinem eigenen Erwachsenen-Ich und der ROSEN-Praktizierenden. Die Begleiter sind die empathischen Zeugen meines verletzten Kindheits-Ichs. |
So verlasse ich die enge Scheinwelt und schenke mir die Chance, meine verlorene Lebensfreude zurückzugewinnen. Ich entbinde mich meiner Mit-Täterschaft und anstatt ungesundes Verhalten in der Gesellschaft mitzutragen, gebe ich meinem Leben Sinn und Ehrlichkeit. Ich werde mehr Kraft im Körper spüren und mein Geist ist frei, sich den Menschen zuzuwenden, die mir gut tun und mich inspirieren. Es können sich wahre Begegnungen und echte Freundschaften in mein Leben gesellen. |
(im Folgenden schreibe ich in der weiblichen Form, weil ich eine Frau bin. Es gibt natürlich auch Männer, die die ROSEN-Methode praktizieren und anwenden) |
Die ROSEN-Praktizierende ist eine gleichwürdige Begleiterin und empathische Zeugin. Sie hilft mir, meine Wahrheit hervorzubringen. Dafür geht sie mit mir an unbekannte innere Orte, wo noch niemand vorher mit mir war. Sie beleuchtet die dunklen, nicht gesehenen Stellen. Sie harrt mit mir im Unwissen aus, wartet mit mir auf das, was sich zeigen möchte. Sie bleibt da, wenn auch lange Zeit nichts offensichtlich zu geschehen scheint. Sie spiegelt mir, was sie sieht, sie ermutigt mich meine Bilder auszusprechen, sie hört meine Worte. Sie nimmt sich ganz zurück - sie interpretiert nicht und wertet nicht - und sie ist doch ganz da, kraftvoll und präsent. Sie hält mir den Raum, wenn ich abschweife und bringt mich immer wieder zur Wahrheit zurück. Sie steht hinter mir, durchscheinend und stark. Etwas in mir kann sich öffnen und aus der Dunkelheit meine Wahrheit befreien. |
Gemeinsam öffnen wir, die/der Empfangende und die Rosen-Praktizierende, uns in das Mysterium des Entfaltungsprozesses hinein. Es ist eine Gesetzmäßigkeit, dass nur das freigegeben wird, was gehalten und ausgehalten werden kann. Weder die ROSEN-Praktizierende noch die/der Empfangende können etwas hochbeschwören oder gewaltvoll wollen. In Begegnung können sich Dinge zeigen, die ich alleine nicht finden oder lösen kann. Und es erleichtert mich zu wissen, dass ich es nicht alleine tun muss. |
Die Geschichte, die der Körper freigibt |
Was der Körper enthüllt, ist wahr. Die ROSEN-Praktizierende steht zu hundert Prozent hinter der erlebten Gefühlswelt der/des Empfangenden. Es wird nichts in Frage gestellt oder beschwichtigt. Manchmal zeigt der Körper starke Gefühle, ohne eine Verbindung zu einer Geschichte. Dann betreiben wir keine Ursachenforschung. Manchmal ist nicht der Zeitpunkt, die Geschichte zu beleuchten. Wir erleben, dass Erleichterung durch das Freilassen des Verschlossenen geschieht; nicht unbedingt durch das Herausfinden, warum etwas in uns verschlossen gehalten wurde. Manchmal ist es notwendig, die Geschichte zu erfahren und zu beleuchten. In diesem Fall unterstütze ich Sie zu hundert Prozent auf diesem Weg. Für ein weitreichenderes Verständnis der Auswirkungen unserer Biografie auf unser heutiges Leben, empfehle ich die Literatur von Alice Miller. Manche Menschen haben das Bedürfnis, Themen zusätzlich in reinen Gesprächssitzungen zu begegnen, um sich über weitere Zusammenhänge klar zu werden und über Erlebtes zu reflektieren. Ich biete begleitende Gesprächssitzungen an. Manchmal ist auch eine begleitende Psychotherapie sinnvoll. |
Praktische Informationen |
Ein Termin dauert sechzig Minuten. Nach einem kurzen Eingangsgespräch findet die Körperarbeit auf der Massageliege statt. |
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